Gleichberechtigung in Führungspositionen ist der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens. Wir fördern Female Leadership und damit auch die individuellen Karriereziele unserer Mitarbeiterinnen.

Female Leadership: Weibliche Führungskräfte im Unternehmen fördern

(Lesezeit: 6 Minuten)

Den Frauenanteil in Führungspositionen substanziell zu erhöhen ist ein herausforderndes Ziel, wenn weltweit immer noch knapp 70% der Führungspositionen von Männern besetzt sind, diese dann vielleicht auch noch in patriarchischen Denkmustern leben und alte Führungsideale reproduzieren.  Wie schaffen wir es trotzdem, ein neues Mindset zu schaffen und zu erkennen, dass Vielfältigkeit Führung verbessert?  

Die über Jahrhunderte bewiesene weibliche Resilienz in schwierigsten Situationen ist heute eine nahezu unerlässliche Kompetenz, um adäquat die Komplexität des digitalen Zeitalters und der zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen. Es gibt viele großartige weibliche Führungspersönlichkeiten und mit der wachsenden Anzahl an inspirierenden Vorbildern wird auch der Anteil in Führungspositionen steigen. Mit dem Begriff des “Female Leaderships” weisen wir auf den dringenden Handlungsbedarf hin, dass dieser Trend noch mehr zu unserem zukünftigen Imperativ werden muss. Jede*r, unabhängig von Generation und der damit eventuell verbunden Voreingenommenheit, sollte diesen “Female-Leadership-Imperativ“ verstehen, akzeptieren und im Rahmen der individuellen Führungsverantwortung umsetzen. Wichtig dabei ist, dass der Einfluss von unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen nicht vergessen wird und zuerst selbstkritisch auf das eigene Handeln geschaut wird.

Es wird sicher nicht leicht alle Widerstände alter Denkmuster zu überwinden und neue Wege zu gehen, doch die Aussicht ist sehr vielversprechend: Durch die Stärkung von “Female Leadership” stärken wir bei NTT DATA Business Solutions nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens weltweit. 

Status Quo: kaum Frauen in der Chefetage

Obwohl Studien zeigen, dass Unternehmen davon profitieren, wenn mehr Frauen als Männer an der Spitze sind – sichtbar beispielsweise an höheren Bindungsraten und größerer Arbeitszufriedenheit[1], sind die aktuellen Zahlen zu weiblich besetzten Führungspositionen ernüchternd: Je höher die Position, desto geringer der Frauenanteil. Weltweit werden nach dem Grant Thornton Report „Women in Business 2021“ 31 Prozent Frauen auf der unternehmerischen Führungsebene verzeichnet, in der Tech-Branche sind es mit 16 Prozent nur noch die Hälfte und damit weit unter Durchschnitt.[2]

Es gibt vielfältige Gründe, wieso Frauen insbesondere in Unternehmen der Technik-Branche unterrepräsentiert sind: Bereits in der Schule und an der Universität verfolgen – nicht zuletzt aufgrund veralteter Rollenbilder – weniger Mädchen und Frauen eine Karriere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), was sich dementsprechend auf die Berufswahl auswirkt. Frauen, die in der Tech-Branche arbeiten, bekommen meist weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen und sehen sich mit einer auf Männer ausgerichteten Arbeitskultur, auch „Bro Culture“ genannt, konfrontiert, die Frauen ausschließt und ihnen Aufstiegschancen verwehrt. Dies führt zu einer hohen Wahrscheinlichkeit eines Firmenwechsels in den ersten Jahren, oft sogar zu einem Berufswechsel.[3]

Auf der einen Seite sind Frauen in der Tech-Branche also viel seltener anzutreffen als Männer und in Führungspositionen sogar noch seltener. Andererseits belegen Studien, dass Unternehmen mit einem hohem Frauenanteil erfolgreicher sind.[4] Aber wieso eigentlich?

Mehr Diversität in Führungspositionen

„Ich denke, Vielfalt führt zum Erfolg. Ich spreche ungern von einer typischen Frau und einem typischen Mann. Frauen wird ja häufig zugeschrieben, dass sie sehr empathisch, kontaktfreudig und sozialkompetent sind. Das sind aber alles Charakteristika, die generell zu Führungskompetenz gehören.“                                                                                                           

Martina Schraudner, Leiterin „Responsible Research and Innovation“ der Fraunhofer-Gesellschaft und Professorin für „Gender und Diversity in Organisationen“ an der TU Berlin

Führungsstile werden häufig als weiblich oder männlich kategorisiert. Während beispielsweise Durchsetzungsstärke, Analysefähigkeit und Risikobereitschaft männlich konnotierte Führungsqualitäten sind, werden Empathie, Hilfsbereitschaft und Besonnenheit einem weiblichen Führungsstil zugeordnet. Das heißt jedoch nicht, dass alle Männer “männlich” und alle Frauen “weiblich” führen, sondern diese Eigenschaften können sowohl auf Männer, Frauen als auch andere Identitäten, zutreffen.

Ein Team, was sich gegenseitig unterstützt: Female Leadership

Für eine erfolgreiche Unternehmensführung ist es daher erstrebenswert, unterschiedliche positive Führungsqualitäten produktiv zu kombinieren: Je diverser ein Team – sei es auf Management- oder operativer Ebene –, desto eher ergänzen sich die Führungsstile und können Defizite ausgleichen. Dies trifft auch auf kulturelle sowie ethnische Diversität zu, da dabei verschiedene Perspektiven bei Entscheidungsfindungen eingebracht und Benachteiligungen vermieden werden können.

 

Female Leadership für mehr Gleichberechtigung

Mit dem Begriff „Female Leadership“ soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass zu wenig Frauen in Führungspositionen sind. Wird die Macht im Sinne von Gleichstellung und Diversität in Unternehmen gerechter verteilt, profitieren nicht nur Frauen, sondern alle Shareholder vom Unternehmenserfolg. Diversität ist also kein Nullsummen-Spiel, vielmehr kann Diversität den Kuchen für alle im Unternehmen vergrößern, indem komparativer Vorteil erzielt wird. Als Gegenmodell zum klassisch männlich assoziierten Führungsstil sollen mit „Female Leadership“ außerdem die Vorzüge von weiblichen Führungseigenschaften hervorgehoben werden.

Allerdings ist die Verwendung des Begriffs nicht unbedenklich, da man schnell dazu neigt, Frauen in der Führung mit einem weiblichen Führungsstil gleichzusetzen. Die Unterschiede zwischen Führungsstilen sollten daher nicht am Geschlecht festgemacht werden (beispielsweise Männer führen aggressiv, Frauen einfühlsam), da solch eine Verallgemeinerung Stereotype, Vorurteile und Geschlechterungerechtigkeit verstärken kann – also genau den gegenläufigen Effekt hätte, der mit „Female Leadership“ eigentlich erreicht werden soll.

Ob mit „Female Leadership“ nun weiblich konnotierte Führungsqualitäten oder „Women in Leadership“ gemeint sind – das übergeordnete Ziel muss es sein, gute Führung im Unternehmen zu fördern, die nicht nur Männer, sondern auch Frauen miteinschließt.

„One day there won’t be female leaders. There will be just leaders.”
Sheryl Sandberg, COO, Facebook 

Frauen an die Spitze! Wie bei NTT DATA Business Solutions weibliche Führungskräfte gefördert werden

Ein wichtiger Grund, wieso so wenig Frauen in der Unternehmensführung zu finden sind, ist, dass es oft versäumt wird, die Stellen für Frauen attraktiv zu gestalten. Daher setzen wir uns bei NTT DATA Business Solutions im Sinne der Women‘s Empowerment Principles für die Förderung von Frauen im ganzen Unternehmen sowie in Führungspositionen ein. Mit unseren globalen Gender Reference Points haben wir ein klares Zeichen für mehr Diversität und für mehr Frauen im Unternehmen gesetzt. Im Rahmen von Führungsworkshops, Mentoring-Programmen und Networking-Veranstaltungen unterstützen wir unsere Mitarbeiterinnen bei ihren Karrierezielen auf ihrem individuellen Berufsweg. Darüber hinaus arbeiten wir daran Führungspositionen ansprechender zu gestalten, beispielsweise durch Teilzeitmodelle, fairen Lohn und ein diverses, gleichberechtigtes Arbeitsumfeld.

All diese Maßnahmen zur Stärkung und Förderung von Frauen in unserem Unternehmen zeigen Wirkung: Aktuell beträgt der globale Frauenanteil in unseren Unternehmen gut 29 Prozent, Tendenz steigend. Das macht uns stolz und wir werden auch in Zukunft – insbesondere bei Frauen, aber vielmehr geschlechterunabhängig – gute Führung und positive Führungseigenschaften fördern.

Denn als Unternehmen in der Tech-Branche ist es unsere Aufgabe, junge Frauen zu ermutigen, eine Karriere im IT-Bereich einzuschlagen. Alle Mitarbeiterinnen, die heute bei uns in Führungspositionen tätig sind, sind daher Inspiration und Vorbilder für die kommende Generation und beweisen, dass Frauen an der Spitze das Unternehmen zum Erfolg führen. 

Erfahren Sie mehr darüber, wie bei NTT DATA Business Solutions Diversität, Inklusion und Zugehörigkeit gelebt wird:

Diversity Webpage

 

 

Quellen:

[1] Quelle: https://whatis.techtarget.com/feature/Women-in-tech-statistics-The-latest-research-and-trends 
[2] Quelle: https://blog.entelo.com/entelo-women-in-tech-report
[3] Quelle: https://womenintechnetwork.com/retention/
[4] Quelle: https://www.mckinsey.com/business-functions/people-and-organizational-performance/our-insights/delivering-through-diversity

 

Dieter Schoon
Dieter Schoon
Executive Vice President Global People

Dieter Schoon studied psychology and labor law at Bamberg University. He embarked on his professional career in 1992, when he initially joined Gemini Consulting, which was later named Cap Gemini Ernst & Young. He was a human resource and organizational development consultant. In 2000, he became the German Head of Human Resources and Organizational Development as well as marketing with newly established strategy consulting firm Cell Consulting. In 2003, Dieter Schoon accepted an offer in Dresden, where he assisted the senior management of Advanced Micro Devices (AMD) with its human resource and organizational planning of the new microchip plant Fabrik 36. In 2004 he became Director of Human Resource Management with NTT DATA Business Solutions AG in Bielefeld. Since that time Dieter Schoon has been Head of NTT DATA Business Solutions AG‘s HR world-wide and is in charge of its strategic and operational staffing issues. He is married and has six children.

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