Digital Factory: Ende gut, alles gut? Qualitätsmanagement (QM) entlang der gesamten Supply Chain

Digital Factory: Ende gut, alles gut? Qualitätsmanagement (QM) entlang der gesamten Supply Chain

Die Qualität eines Produkts zeigt sich im Grad der Erfüllung der Kundenanforderungen. Um einen Kunden restlos zufrieden zu stellen, reicht also eine hundertprozentige Qualitätskontrolle vor der Auslieferung, oder? Unternehmen, die danach handeln, haben oder bekommen meist Qualitätsprobleme. Sie werden mit zahlreichen Rückläufern und hohen Aufwänden im Claim Management konfrontiert. Denn bereits eine einzelne unglücklich gewählte Prüfstrategie reicht aus, um eine einseitige Qualitätskontrolle auszuhebeln.

Die Qualitätskontrolle am Ende der Leistungserstellung ist zwar ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements für den Soll-Ist-Vergleich der erstellten Leistung. Entscheidend für eine nachhaltige Steigerung der Qualität ist aber eine Qualitätssicherung, die in alle Prozesse in und um die Leistungserstellung integriert wird. Wir zeigen, wie ein integriertes und ganzheitliches Qualitätsmanagement (QM) funktioniert und wie es die qualitätsbedingte Kundenzufriedenheit steigert.

Qualitätsmanagement ganzheitlich betrachtet

Fundament für ein ganzheitliches Qualitätsmanagement sind die Erhebung und die Analyse von Daten. Wer es schafft, Daten durch eine integrierte Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie vor- und nachgelagerter Akteure aufzuzeichnen, kann daraus wertvolle Informationen gewinnen und bereits während des Wertschöpfungsprozesses positiven Einfluss auf das Endergebnis nehmen. Dadurch können Unternehmen irrelevante Qualitätskontrollen minimieren und eine gesteigerte Qualität gewährleisten. Umgekehrt tragen Daten aus der Qualitätskontrolle auch zur kontinuierlichen Optimierung der Qualitätssicherung bei.

NTT DATA Business Solutions verfolgt einen automatisierten und integrativen Ansatz bei der Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen bei seinen Kunden. Dabei ergibt sich Mehrwert aus den gewonnenen Daten, die weit über das eigentliche Qualitätsmanagement hinausgehen.

Das SAP Modul QM integriert die Funktionen des übergreifenden Qualitätsmanagements in alle Kernprozesse von F&E bis zum Vertrieb sowie in alle unterstützenden und strategischen Prozesse eines Unternehmens. Zusätzlich können IoT-Technologien, beispielsweise die intelligente Datenanalyse von Sensoren in der Produktion und Logistik, eine lückenlose Historie jedes Prozessschritts gewährleisten. Das ermöglicht die Suche und Beseitigung von Fehlerquellen, aber auch präventive Maßnahmen zur Optimierung einzelner Prozessschritte – und es führt zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Notwendig ist allerdings die Integration der Systeme verschiedener Akteure entlang der gesamten Supply Chain. Diese Durchgängigkeit der Daten bietet allen Beteiligten enormen Mehrwert durch erleichterten Informationsgewinn und Transparenz zur Optimierung ihrer Prozessschritte. Neben dem großem Kosteneinsparpotenzial ist das die Grundlage für eine gesteigerte Kundenzufriedenheit.

Qualitätsmanagement (QM) in der Fertigungsindustrie

Egal, ob Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau und Automotiv mit einer Serien- und/oder Variantenfertigung: QM-Szenarien gibt es in der gesamten Diskreten Fertigung, immer dort, wo Endprodukte aus Rohstoffen, Einzelteilen, Komponenten und Unterbaugruppen entstehen. Idealerweise werden dabei die Endprodukte und auch die Komponenten sowie Unterbaugruppen stückgeprüft. Teilweise fertigen Systemlieferanten die Baugruppen und liefern diese möglichst komplettgeprüft zur Endmontage. Die Vorteile:

  • Geprüfte, funktionsfähige Baugruppen vom Systemlieferant für den Hersteller.
  • Weniger Ausfälle in der Endmontage/Inbetriebnahme
  • Reduzierung der Aufwände zum Austausch nicht funktionierender Komponenten
  • Stabile Produktionszeiten
  • Dokumentierter letzter Zustand einer Maschine vor der Auslieferung

Sobald die Qualitätsdaten in ein zentrales Prüfdatenmanagement fließen, ergibt sich weiterer Mehrwert:

  • Prüfdaten an einer Stelle verfügbar
  • Volle Transparenz über alle Prüfergebnisse
  • Früherkennung bei abdriftenden Werten
  • Anpassung von Produktionsparametern, Vermeidung von Produktionsstopps
  • Erkenntnisse über die Produzierbarkeit eines Produktes
  • Rückführung der erlangten Erkenntnisse in die Produktentwicklung

Die zentrale Erfassung weiterer Informationen (Chargen- und Seriennummer, Mess- und Prüfmitteln, Werker) schafft zusätzliche Potentiale für die Nachverfolgbarkeit: Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass eine Charge von eingebauten Sensoren zu Problemen führen kann, lassen sich mit wenigen Klicks alle betroffenen Baugruppen ermitteln. Dasselbe gilt bei Equipment, wie zum Beispiel Mess- und Prüfmittel. Wird bei der Kalibrierung eine Abweichung festgestellt, lassen sich alle potenziell betroffenen Baugruppen für eine Risikobewertung heranziehen. So entsteht eine vollumfängliche Gerätestammakte.

Integriertes Qualitätsmanagement: Aus Best Practice lernen

Nach diesem Konzept konnte NTT DATA Business Solutions die Qualitätsmanagementprozesse zahlreicher Kunden kontinuierlich optimieren. Beispielsweise haben wir den integrativen Ansatz des Qualitätsmanagements bei einem Maschinenbauunternehmen sukzessive in allen relevanten Unternehmensbereichen eingeführt. Das ermöglicht heute die lückenlose Rückverfolgung jedes einzelnen Bauteils – vom Wareneingang bis Warenausgang.

Der entscheidende Hebel ist die Speicherung jeder Veränderung am Bauteil und die dadurch ermöglichte Rückverfolgung in einer Transaktionshistorie. Mit dieser Historie lassen sich nicht nur die Fehlerquellen während des Fertigungsprozesses identifizieren. Das Maschinenbauunternehmen kann auch Rückschlüsse auf Fehlerquellen in vorgelagerten Prozessstufen gewinnen, beispielsweise in der Entwicklung.

Allerdings: Die eigentliche Ursache einer sehr hohen Rücklaufquote konnte durch die innerbetriebliche Einführung des integrativen Qualitätsmanagements zunächst nicht identifiziert werden. Deshalb erfolgte eine Ausweitung des Qualitätsmanagements über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg – unter Zuhilfenahme von GPS- und Wärme-Sensorik auf den Transportwegen. Letztlich konnte die Fehlerquelle auf hitzesensible Bauteile, die auf dem Transportweg zum Kunden beschädigt wurden, eingegrenzt und dann beseitigt werden. Dieser Fall zeigt deutlich die Vorteile und den Mehrwert eines ganzheitlichen Qualitätsmanagements entlang der gesamten Supply Chain.

Falls auch Sie Interesse an einer automatisierten Lösung im Bereich Qualitätsmanagement haben oder die Zufriedenheit Ihrer Kunden steigern möchten, kontaktieren Sie uns gerne.

– von Kevin Mayer, Innovation Manager, NTT DATA Business Solutions AG –
E-Mail: [email protected]

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Kevin Mayer
Kevin Mayer
Innovation Manager

Seit 2007 befasst sich Kevin Mayer mit prozessualen und technischen Aufgabenstellungen im Bereich Supply Chain Management. Der Fokus liegt dabei auf der Automatisierung mittels innovativer Technologien und Prozesse, um diese in der Wertschöpfungskette von der Fertigung über die Qualitätssicherung und Logistik bis hin zum Service zu integrieren. Als Innovation Manager im Bereich Innovation & Portfoliomanagement ist er für die Weiterentwicklung des Lösungs- und Produktportfolios mit dem Schwerpunkt IoT & Industrie 4.0 zuständig.

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