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Sanktionslistenprüfung: Sicherheit auf Basis von SAP

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Im Frühjahr 2022 hat die Europäischen Union – nach ein wenig hin und her – sieben russischen Banken vom SWIFT-System ausgeschlossen. Damit können sie nicht mehr am internationalen Finanzverkehr teilnehmen. Rechtlich legitimiert ist dieses Vorgehen durch Sanktionen, die zuvor gegen diese Organisationen aus Russland erlassen wurden. Mit den Sanktionen – der Begriff stammt übrigens vom lateinischen Wort für Heilung und Strafandrohung – rückt für Unternehmen ein Thema in den Fokus, das sie grundsätzlich immer im Blick haben sollten: die Ausfuhrkontrolle!

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fasst darunter sämtliche Maßnahmen zusammen, die aus außen- oder sicherheitspolitischen Gründen den Außenhandel beschränken sollen. Konkretisiert wird das im Wesentlichen durch länderbezogene Embargos und personen- bzw. organisationsbezogene Sanktionen. In der Praxis beschließen diese Handelsbeschränkungen meistens die Vereinten Nationen oder die Europäischen Union im Rahmen der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Grundsätzlich können aber auch einzelne Staaten Embargos erlassen. Je nachdem, ob UN, EU oder ein Nationalstaat der Urheber ist, unterscheiden sich die Rechtsgrundlagen, aus denen sich die Bindungswirkung entfaltet. Für Unternehmen entscheidend sind letztlich Sanktionslisten, die einen sanktionierten Sachverhalt definieren (beispielsweise das SWIFT-System) und die betroffenen Staaten, Organisationen oder Personen aufführen. In der Verantwortung der Unternehmen liegt es, ihre Leistungserbringung gegen diese Sanktionslisten zu prüfen. Wichtig dabei: Auch wenn die Leistungserbringung im Inland erflogt, kann sie einer Sanktion unterliegen.

Automatische Sanktionslistenprüfung

Prinzipiell könnten Unternehmen solche Prüfungen manuell vornehmen. Faktisch ist das aber ab einer bestimmten Menge an Vorgängen nicht mehr möglich – und weil zahlreiche Sanktionslisten zu beachten sind, die jeweils sehr umfangreich sein können. Hier sind dann dezidierte Anwendungen sinnvoll, die die Sanktionslistenprüfungen automatisieren. Dazu rät explizit auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Vorteile, die sich durch die Automatisierung ergeben sind vielfältig:

  • Steigerung der Effizienz: Der manuelle Aufwand wird verringert, mögliche Fehlerquellen werden reduziert.
  • Reduktion von Unsicherheit: Haftungsrisiken werden reduziert, das Einhalten bestehender Regeln wird erleichtert.
  • Erhöhung der Transparenz: Die implementierte Dokumentation erlaubt einen dauerhaften Überblick.
  • Verbesserung der Kontrolle: Bei möglichen Prüftreffern besteht Kontrolle über das weitere Vorgehen.

Für Unternehmen, die SAP im Einsatz haben, bestehen verschiedene Möglichkeiten, die Sanktionslistenprüfung zu automatisieren.

SAP ECC und SAP S/4HANA

Sowohl SAP ECC als auch SAP S/4HANA stellen Funktionen für den Außenhandel bereit. Bei SAP ERP sind diese in der Komponente Sales and Distribution – Foreign Trade (SD-FT) zusammengefasst. Unternehmen können damit allerdings im Standard keine Sanktionslistenprüfung vornehmen. Unter SAP S/4HANA steht eine grundlegende Außenhandelsabwicklung über das Modul International Trade zur Verfügung. Im Standard integriert sind neben der Tarifierung bereits die Embargoprüfung, die Ausfuhrkontrolle sowie Intrastat. Um auch die Sanktionslistenprüfung zu ermöglichen, kann das SAP Watchlist Screening als zusätzlicher Service über die SAP Cloud Platform angebunden werden.

SAP Global Trade Service (SAP GTS)

Die (wirklich!) große Lösung für den gesamten Außenhandel ist SAP Global Trade Services. Unternehmen sind mit SAP GTS in der Lage, sämtliche einschlägigen Prozesse weitgehend zu automatisieren. Was alles möglich ist, zeigt die Grafik.

Grafik Sanktionslistenprüfung - Funktionsumfang SAP GTS

Aufgrund der Lizenzkosten und des erhöhten Implementierungsaufwands dürfte sich SAP GTS vor allem für Unternehmen mit einem hohen Exportanteil beziehungsweise mit komplexen Außenhandelsvorgängen lohnen.

SAP GTS Flyer

AddOns „it.x-checkIT Sanktionslistenprüfung“ und „it.x-checkIT Exportkontrolle“

Als sinnvolle Ergänzung zu SAP ERP und SAP S/4HANA bieten sich zwei AddOns von NTT DATA Business Solutions an: „it.x-checkIT Sanktionslistenprüfung“ und „it.x-checkIT Exportkontrolle“.

„it.x-checkIT Sanktionslistenprüfung“ ermöglicht eine automatische Prüfung von Geschäftspartnern in üblichen SAP-Standardbelegen gegen bestehende Sanktionslisten. Die Prüfung erfolgt dabei während der Vorgangsbearbeitung auf Grundlage der in SAP ERP ECC beziehungsweise SAP S/4HANA hinterlegten Kreditoren- und Debitorenadressdaten. Sofern einzelne Prüftreffer vorliegen, können diese schließlich über eine Desktoplösung individuell bearbeitet werden.

Fact Sheet it.x-checkIT Sanktionslistenprüfung

„it.x-checkIT Exportkontrolle“ übernimmt die Prüfung von Materialien auf mögliche Beschränkungen bei Ein- und Ausfuhren. Die betroffenen Materialien werden anhand von Warennummern über einen Webservice hinsichtlich des Empfangslandes auf mögliche Maßnahmen und Genehmigungspflichten analysiert. Da Exportbeschränkungen regelmäßigen Änderungen unterliegen können, werden diese tagesaktuell ermittelt.

Fact Sheet it.x-checkIT Exportkontrolle

Sie haben Fragen zum Thema? Kontaktieren Sie uns gern. Wir freuen uns Ihre Fragen beantworten zu können.

– Mathias Hohmann, Head of Team Sales Applications, Managed Services Germany, NTT DATA Business Solutions AG –
E-Mail:  [email protected]

– Reinhard von Schell, Senior Consultant SAP GTS, Digital Supply Chain, NTT DATA Business Solutions AG –
E-Mail: [email protected]

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