Blogreihe: Digital Supply Chain mit KI

Produktionsplanung neu gedacht – Mit KI zur dynamischen Fertigung

Traditionelle Produktionsplanung stößt an Grenzen, wenn Flexibilität gefragt ist. Mit KI-gestützter Planung wird Fertigung dynamisch: Ein intelligenter Broker verknüpft Echtzeitdaten aus internen und externen Quellen, erkennt Risiken früh und passt Pläne laufend an. So reagieren Unternehmen flexibel auf Ausfälle, Lieferengpässe oder Nachfrageänderungen, optimieren Ressourcen und sichern Liefertreue – für eine effiziente, zukunftsfähige Produktion.

Matthias Welland | Juli 22, 2025 | 4 Min.
Blogbeitrag Ki in der Fertigung

In der heutigen schnelllebigen Wirtschaft sind Unternehmen, die ihre Produktionsprozesse flexibel anpassen können, klar im Vorteil. Traditionelle Produktionsplanungssysteme stoßen jedoch oft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, auf unvorhergesehene Ereignisse oder komplexe, sich ständig ändernde Bedingungen zu reagieren. Die Lösung liegt in einer intelligenten, KI-gestützten Produktionsplanung, die eine dynamische Fertigung ermöglicht.

Stellen Sie sich eine Produktionslandschaft vor, in der Fertigungsaufträge nicht starr an einmal festgelegten Plänen kleben, sondern sich fließend an die Realität anpassen. Eine Realität, die sowohl das Unerwartete als auch das Langfristig-Planbare berücksichtigt. Dies ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern dank moderner KI und intelligenter Datenintegration greifbar nah.

Finite Planung: Agilität für das Hier und Jetzt

Die finite Planung konzentriert sich auf die kurzfristigen Gegebenheiten, die einen unmittelbaren Einfluss auf die Produktion haben können. Hier geht es um die tagesaktuellen Herausforderungen und Störungen, die eine schnelle Reaktion erfordern.

Beispiele für Ereignisse, die in die finite Planung einfließen:

  • Maschinenausfälle: Ein plötzlicher Bruch einer Platte in einer Maschine oder ein unerwarteter Wartungsbedarf.
  • Lieferengpässe: Ein Unwetter, das Transportwege blockiert, oder ein Streik bei einem Zulieferer, der zu Verzögerungen führt.
  • Qualitätsprobleme: Ausschuss in der Produktion, der eine Nacharbeit oder die Fertigung neuer Teile erfordert.
  • Personelle Engpässe: Kurzfristige Krankmeldungen oder unvorhergesehene Abwesenheiten von Mitarbeitern.

In einer KI-gestützten Umgebung werden solche Ereignisse in Echtzeit erfasst und bewertet. Die KI kann blitzschnell alternative Routen für Materialflüsse berechnen, Produktionsreihenfolgen anpassen oder sogar Kapazitäten auf andere Maschinen oder Standorte umverteilen, um Ausfallzeiten zu minimieren und Liefertermine zu halten.

Infinite Planung: Weitblick für die strategische Ausrichtung

Im Gegensatz dazu befasst sich die infinite Planung mit langfristigeren, vorhersehbaren Ereignissen, die strategische Entscheidungen und Kapazitätsanpassungen erfordern. Diese Informationen sind entscheidend für die Gestaltung der Produktionskapazitäten und die langfristige Ressourcenzuweisung.

Beispiele für Ereignisse, die in die infinite Planung einfließen:

  • Infrastrukturprojekte: Ein geplanter Umbau einer Autobahn, der über Monate oder Jahre hinweg Lieferketten beeinflussen kann.
  • Saisonale Schwankungen: Sommerferien, Weihnachtsgeschäft oder andere saisonale Spitzen und Täler in der Nachfrage.
  • Urlaubsplanung und Personalentwicklung: Geplante Urlaubstage der Mitarbeiter, Fortbildungen oder langfristige Personalengpässe aufgrund von Demografie.
  • Gesetzliche Änderungen: Neue Vorschriften oder Umweltauflagen, die Investitionen in neue Maschinen oder Prozesse erfordern.
  • Markttrends: Langfristige Verschiebungen in der Kundennachfrage oder neue Technologien, die die Produktpalette beeinflussen.

Die KI nutzt diese Informationen, um langfristige Kapazitätsplanungen zu optimieren, Investitionsentscheidungen zu unterstützen und strategische Puffer aufzubauen, um zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.

Der Broker: Das Nervenzentrum der intelligenten Produktionsplanung

Der Schlüssel zu dieser neu gedachten Produktionsplanung ist ein intelligenter „Broker“. Dieser Broker ist kein statisches System, sondern ein dynamisches, lernendes Netzwerk, das Informationen aus einer Vielzahl von internen und externen Quellen sammelt, filtert und interpretiert.

Quellen für den intelligenten Broker:

  • Externe Datenquellen:
    • Wetterberichte: Für die Vorhersage von Transportstörungen oder die Planung wetterabhängiger Prozesse.
    • Schiffsrouten und Flugpläne: Für die präzise Verfolgung internationaler Lieferungen und die Vorhersage von Ankunftszeiten.
    • Google Maps / Verkehrsinformationen: Für die Echtzeit-Bewertung von Transportrouten und die Identifizierung von Staus.
    • Nachrichtenagenturen und Social Media: Für die frühzeitige Erkennung von geopolitischen Risiken, Streiks oder anderen Ereignissen, die Lieferketten beeinflussen könnten.
    • Lieferanten- und Kundensysteme: Direkte Integration zur Statusabfrage von Lieferungen und zur Abstimmung von Lieferterminen.

Der Broker sammelt nicht nur Daten, sondern bewertet sie auch mithilfe von KI-Algorithmen. Er erkennt Muster, prognostiziert Risiken und identifiziert Chancen. Diese bewerteten Informationen fließen dann in die Produktionsplanung ein.

Die dynamische Fertigung: Aufträge optimal mit Kundenterminen verbinden

Die Vereinigung von finiter und infiniter Planung durch den intelligenten Broker ermöglicht eine nie dagewesene Dynamik in der Fertigung. Die KI ist in der Lage, ständig alle relevanten Informationen neu zu bewerten und Fertigungsaufträge mit Kunden-Lieferterminen optimal zu verbinden.

Wie die KI die Produktionsplanung transformiert:

  1. Echtzeit-Anpassung: Bei einem plötzlichen Maschinenausfall berechnet die KI sofort die Auswirkungen auf alle betroffenen Aufträge, identifiziert alternative Ressourcen und schlägt angepasste Produktionspläne vor.
  2. Proaktives Risikomanagement: Erkennt der Broker aufgrund von Wetterprognosen eine drohende Lieferverzögerung, kann die KI proaktiv alternative Transportwege vorschlagen oder die Produktion von Teilen, die von dieser Lieferung abhängig sind, priorisieren oder verschieben.
  3. Optimale Ressourcennutzung: Durch die kontinuierliche Analyse aller verfügbaren Daten kann die KI die Auslastung von Maschinen und Personal maximieren und Engpässe frühzeitig erkennen und entschärfen.
  4. Verbesserte Liefertreue: Durch die dynamische Anpassung an neue Gegebenheiten können Unternehmen ihre Kundenliefertermine zuverlässiger einhalten, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt.
  5. Kostenoptimierung: Die KI identifiziert Effizienzpotenziale, reduziert Leerlaufzeiten und minimiert die Kosten für Überstunden oder Expresslieferungen.

 

Fazit

Die Produktionsplanung neu zu denken bedeutet, traditionelle starre Prozesse durch eine flexible, KI-gestützte Architektur zu ersetzen. Durch die intelligente Integration von finiter und infiniter Planung, unterstützt durch einen lernfähigen Daten-Broker, können Unternehmen eine dynamische Fertigung realisieren. Dies ermöglicht nicht nur eine beispiellose Agilität bei der Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse, sondern auch eine strategische Optimierung der Produktion für langfristigen Erfolg. Wer heute in diese Technologien investiert, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Industrie der Zukunft.

Matthias Welland

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Matthias Welland

Expert Consultant, Project Manager Datenfabrik.NRW

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