Ohne Zweifel die Rechenzentren. Jede Webseite, jede Excel-Datei, jedes Video benötigt einen Speicherort. Was nicht ausschließlich im eigenen Handy oder Computer lagert, findet seinen Platz in Rechenzentren. Dort kommen Daten an, werden verarbeitet, gespeichert und wieder verschickt – milliardenfach und in unglaublicher Geschwindigkeit. Diese Prozesse benötigen Energie. Viel Energie. Rund 16 Milliarden Kilowattstunden verbrauchen Rechenzentren und kleinere IT-Installationen in Deutschland pro Jahr. Das sind immerhin 3 % des gesamten Stromverbrauchs hierzulande.
Nachhaltige Rechenzentren: NTT DATA Business Solutions betreibt zwei solcher Rechenzentren in Deutschland – eines in Bautzen, das andere ganz in dessen Nähe in dem kleinen Ort Salzenforst. Darüber hinaus betreibt die Tochterfirma GISA zwei weitere Rechenzentren, die aktuell noch nicht auf erneuerbaren Strom umgestellt sind. „Als feststand, dass wir auf 100 % Ökostrom umstellen, habe ich mich riesig gefreut“, sagt Denis Seliger, Team Lead Data Center Infrastructure & Operation bei NTT DATA Business Solutions. Das war vor zwei Jahren. Der Prozess, die Rechenzentren des Unternehmens nachhaltig zu machen, begann aber viel früher. Seliger, der für die technischen Anlagen in den Rechenzentren verantwortlich ist, war von Anfang an dabei. Der Startpunkt war 2011, als mit der Planung für das Rechenzentrum in Salzenforst begonnen wurde. Seliger: „Schon damals haben wir darauf geachtet, die Kältetechnik des Rechenzentrums effizient zu gestalten, also mit möglichst wenig Ressourcen eine möglichst große Leistung zu entwickeln.“
Nachhaltige Rechenzentren in Deutschland
- In Deutschland machen die Rechenzentren von NTT DATA Business Solutions etwa 80 % des Stromverbrauchs aus.
- Bereits 2011, bei der Planung und dem Bau des ersten Rechenzentrums, wurde das Thema Nachhaltigkeit mit bedacht.
- Die Energieeffizienz der Rechenzentren liegt deutlich über dem Branchenschnitt.
- Seit 2021 werden die Rechenzentren und Bürogebäude von NTT DATA Business Solutions in Deutschland mit Ökostrom beliefert.
Ausgezeichnet
Im Rahmen der „10th NTT Sustainability Conference“ im Juni 2023 in Tokio wurden die Rechenzentren in Bautzen für ihre erfolgreichen Bemühungen im Bereich ökologischer Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Dazu zählt, den CO2-Fußabdruck in den Rechenzentren auf null reduziert zu haben.
Rechenzentren brauchen auf zwei Ebenen Energie: für die Rechenprozesse selbst und – da diese Prozesse viel Wärme erzeugen – für die komplexe Kühlung der Systeme, also Klimaanlagen, Rückkühlung, Ventilatoren und mehr. „Die Nachhaltigkeit von Rechenzentren entscheidet sich wesentlich beim Bau“, sagt Ingo Jochim, Head of Cloud Infrastructure Services Germany bei NTT DATA Business Solutions, der wie Seliger in Bautzen arbeitet. „Deswegen haben wir auch beim Bau unseres zweiten Rechenzentrums die allerneueste Technik verwendet.” Statt einer Wasserkühlung wurde eine energiesparendere hochmoderne Luftkühlung verbaut. „Unsere effizienteren Systeme kosten sicherlich ein bisschen mehr Geld als Kühlsysteme, die man von der Stange kaufen kann“, so Jochim, „aber wir haben nachweisen können, dass es sich über die Laufzeit der Nutzung finanziell lohnt, in effizientere Technologie zu investieren.“
Nachhaltige Rechenzentren: so wird Energieeinsparung gemessen
Wie energiesparend arbeitet ein Rechenzentrum? Diese Frage lässt sich anhand einer Kennzahl beantworten, nämlich der sogenannten Power Usage Effectiveness, kurz PUE. Diese gilt als globaler Leitwert für Energieeffizienz. Konkret: Der PUE-Wert setzt den Stromverbrauch der IT-Geräte ins Verhältnis zum Gesamtenergieverbrauch des Rechenzentrums. Also: Gesamtenergieverbrauch des Rechenzentrums / Energieverbrauch der IT-Ausstattung = PUE. Das neue Rechenzentrum von NTT DATA Business Solution hat einen PUE-Wert von 1,2 und liegt damit deutlich unter dem aktuellen weltweiten Durchschnitt von 1,57.