Die Bedeutung der Rolle des Labormanagements und des Qualitätsmanagements in den Life Sciences kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie ist das Rückgrat für die sichere und effektive Herstellung von Arzneimitteln, was sich direkt auf die Patientensicherheit auswirkt. Das ist der Kern von GMP, birgt jedoch auch Herausforderungen: Die notwendigen Qualitätskontrollprozesse können zu unvermeidlichen Verzögerungen führen, die sich auf die gesamte Lieferkette auswirken können.
Bevor Rohstoffe in der Produktion eingesetzt werden können, müssen sie geprüft und freigegeben werden. Auch fertige Produkte müssen strengen Tests unterzogen werden, bevor sie den Patienten erreichen können. Zu den Untersuchungen gehören auch die Probenahme von Wasser und die Analyse von Bakterienkulturen in Reinräumen. Dabei geht es nicht nur um den Materialfluss selbst, sondern auch um die Einrichtungen, Versorgungseinrichtungen und Geräte, die dabei zum Einsatz kommen.
Während diese Prüfdurchlaufzeit in der Regel in der Produktionsplanung berücksichtigt wird, wirken sich unvorhergesehene Verzögerungen bei der Qualitätskontrolle häufig auf die Produktionskette aus. Und je länger der Prozess der Qualitätskontrolle dauert, desto länger dauert es auch, das Produkt an die Kunden zu verkaufen, was zu Verzögerungen in mehreren Abteilungen führt – vom Vertrieb bis zur Logistik.
3 Engpässe bei der Chargenfreigabe
1. Priorisierung
Einer der größten Engpässe im Labormanagement ist die Komplexität und der Zeitaufwand für die Chargenfreigaben. Nicht jeder Batch hat die gleiche Priorität. Eine Charge mit ausreichendem Lagerbestand hat eine geringere Dringlichkeit im Vergleich zu einem kritischen Produkt, das an einen Kunden geliefert werden muss. Die Labore haben jedoch nicht immer einen klaren Einblick in diese Prioritäten.
2. Bündelung von Tests
Eine weitere Herausforderung ist die Bündelung von Tests, bei der das Labor darauf wartet, mehrere Chargen gleichzeitig zu verarbeiten, um die Effizienz zu maximieren. Das kann in manchen Fällen von Vorteil sein, ist aber immer ein Balanceakt. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um Proben handelt, die dringend bearbeitet werden müssen, aber aufgrund dieser Praxis warten müssen.
3. Manuelle Laborarbeit
Darüber hinaus verlangsamt die Abhängigkeit von manuellen Prozessen und papierbasierter Dokumentation in vielen Laboren den gesamten Betrieb. Analyseergebnisse werden häufig auf Papier festgehalten, manuell in Systeme eingegeben und anschließend überprüft. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern erhöht auch das Risiko menschlicher Fehler.
Die Auswirkungen dieser Ineffizienzen auf die Lieferkette sind erheblich. Verlängerte Release-Zeiten führen zu Verzögerungen in der gesamten Lieferkette, was zu höheren Lagerbeständen, höheren Kosten und im Extremfall zu Risiken im Zusammenhang mit Produktverfallsdaten führt. Im schlimmsten Fall werden Produkte freigegeben, nur um ein Lager mit begrenzter Resthaltbarkeit zu erreichen oder sich sogar ihrem Verfallsdatum zu nähern, was das Risiko von Abfall und finanziellen Verlusten birgt und die Verteilung weiter erschwert.