Blogreihe: Nextgen Life Sciences: Spielraum für Innovationen
Patrick Henze | Dezember 8, 2022 | 3 Minuten

Cloud für die Life Sciences

In einer gesundheitsbewussten und auf Individualisierung ausgerichteten Gesellschaft stehen die Life Sciences vor großen Herausforderungen. Welche Handlungsfelder dabei im Zentrum stehen und wie Ihr Unternehmen den Wandel vorteilhaft gestalten kann, beschreiben wir in unserer Blogreihe NextGen Life Sciences: Mehr Spielraum für nachhaltige Innovationen

Dies ist der siebte und letzte Beitrag unserer Reihe. Erfahren Sie hier, weshalb Cloud und strenge Regulierung auch für Ihr Unternehmen kein Widerspruch sein müssen.

Falls Sie einen Beitrag unserer Blogreihe verpasst haben oder noch tiefer ins Thema einsteigen wollen, empfehlen wir Ihnen auch unser zweiteiliges E-Book zum Thema, die Downloads finden Sie am Ende der Seite.

Cloud in den Life Sciences

Zukunftsfähig in der Cloud

Beim Thema Cloud gehörten Life-Sciences-Unternehmen sicherlich nicht zu den Vorreitern. Vielmehr prägte tiefsitzende Skepsis bis vor kurzem die Diskussion, gestützt auf ein geschärftes Risikobewusstsein. Nicht verwunderlich für eine Branche, die so stark unter Reglementierung und Beobachtung steht. „Cloud“ wurde allzu schnell gleichgesetzt mit „Kontrollverlust“ über wichtige Informationen zu Produkten, Strategien oder Innovationen.

Aber was genau ist unter dem Begriff „Cloud“ zu verstehen? Cloud Computing bedeutet On-Demand-Verfügbarkeit von Datenspeichern und Rechenleistung, ohne dass diese durch Benutzer aktiv verwaltet würden. Unternehmensdaten landen in Rechenzentren, die sich – je nach Modell – überall auf der Welt befinden können. Anwender*innen können von beliebigen Orten aus auf diese Daten zugreifen und Services nutzen. Die größte Verbreitung haben drei verschiedene Cloud-Bereitstellungsmodelle:

  1. Die sogenannte Private Cloud ist physisch auf eine Organisation beschränkt, kann im unternehmenseigenen Rechenzentrum betrieben werden oder im Rechenzentrum eines externen Anbieters.
  2. In einer Public Cloud dagegen werden die Ressourcen (nicht die Daten) mehreren Organisationen zur Verfügung gestellt. Große Anbieter sind Microsoft mit Azure oder Amazon mit AWS.
  3. In einer hybriden Cloud können interne IT-Infrastrukturen um Leistungen aus externen Cloud-Systemen ergänzt werden – je nach Bedarf.

Auch bei den Servicemodellen haben sich drei dominante Varianten herausgebildet:

  1. Als Minimalkonzept wird bei Infrastructure as a Service (IaaS) lediglich die technische Infrastruktur bereitgestellt; also Server, Netzwerk, Speicherplatz etc.
  2. Über Platform as a Service (PaaS) werden neben der Hardware auch Anwendungsplattformen mit Betriebssystemen bereitgestellt und verwaltet.

Mit Software as a Service (SaaS) erhalten Unternehmen obendrein auch cloud-basierte Applikationen (Web-Apps, mobile Apps u. a.), die der Cloud-Anbieter komplett verwaltet. Entsprechend hoch sind die Anforderungen aus regulatorischer Sicht.

Cloud und Life Sciences passen durchaus zusammen

Mit wachsendem Wissen und ersten Erfahrungen legt sich das Unbehagen gegenüber „der Cloud“. Als Türöffner hat sich Microsoft 365 hervorgetan: E-Mails laufen hier ebenso selbstverständlich über die Cloud, wie Termine, Kollaborations-Tools und Projektpläne. Außerdem stellen Unternehmen vermehrt fest, dass die Infrastrukturqualität, Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer eigenen, internen Rechenzentren kaum mit professionell betriebenen Rechenzentren in der Cloud mithalten können.

Cloud-First-Projekte etablieren sich langsam sogar beim externen Hosting von GxP-Systemen: Ob Beschwerdemanagement, Produktkennzeichnung, Produktregistrierung oder die Arzneimittelzulassung über eCTD validierte Cloud-Systeme existieren und werden erfolgreich eingesetzt. Entscheidend ist jedoch, dass der Cloud Service Provider (CSP) die Besonderheiten der Branche versteht und spezifische Erfahrung mitbringt.

Cloud-basiertes ERP-System mit Managed Services

Als komplexe Königsdisziplin mit großer Wirkung kann die Einführung eines SaaS-Modells (Software as a Service) für das ERP-System gelten. ERP-Systeme aus der Cloud werden von Life-Sciences-Unternehmen eingesetzt, um die Beschaffung regulierter Waren elektronisch zu verwalten, Bestände zu managen, kritische Stammdaten wie Stücklisten und Produktrezepte zu pflegen und permanent rückverfolgbar zu machen.

Wenn Unternehmen überlegen, das ERP in eine externe Cloud zu übertragen, geht es nicht nur darum, das Rechenzentrum und die Infrastruktur auszulagern. Auch Fragen des Zugangs (z. B. Wide Area Networks und Standleitungen) müssen geklärt werden oder die Anbindung an andere Anwendungen, Dienste und die Administration des ERP-Systems. Daher ist es vorteilhaft, alle Dienste in einem Managed-Services-Framework zu bündeln.

Beim Einsatz von Cloud-Lösungen für Life Sciences, erhält das Thema Validierung eine herausragende Bedeutung. Wenn Sie hier tiefer einsteigen möchten, bieten sich auch unsere Webinaraufzeichnung „Compliant in der Cloud“ und unser zugehöriges Whitepaper an.

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NextGen Life Sciences – Mehr Spielraum für nachhaltige Innovationen Teil 1

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