Die schlanke Organisationseinheit nimmt zwar eine weltweite Perspektive ein – sie liefert globale und standardisierte Lösungen sowie Services. Jedoch arbeitet sie eng mit den regionalen und lokalen Einheiten zusammen. So gelingt es, die regionalen Besonderheiten und den Kund:innen im Blick zu behalten. „Menschen kaufen bei Menschen, die sie kennen“, sagt Vang Jessen, „und das Vertrauen ist größer, wenn man sich kulturell näher ist.“ Die Wurzeln abzuschneiden, um zu wachsen, sei daher eine der größten Gefahren. Zudem ist der regionale Bezug und damit die Nähe zum Kunden ein Inkubator für Ideen – von dort kommen Innovationen in die Welt. „Daher dürfen wir die Sprache unserer Kunden nicht verlernen.“
Synergien steigern die Effizienz
Zu den Assets, die aus anfänglichen Ideen, Innovationen und Customer Cases hervorgegangen sind, zählt beispielsweise auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) – sowohl für die Produktivität der Berater:innen als auch in den Offerings für Kund:innen. „Durch unsere Roadmaps für die Zukunft sowie die erprobten Methoden entlasten wir Consultants von der Aufgabe, das Rad immer wieder neu erfinden zu müssen.“ Ein Beispiel für die Unterstützung sind Centers of Excellence, in denen der Fokus auf strategische Branchen gerichtet wird. Schließlich haben nicht alle Landesgesellschaften die Möglichkeit, notwendige Ressourcen selbst aufzubauen. „Dann integrieren wir die lokalen Experten in einem globalen Center of Excellence, um den Kunden bestmöglich zu unterstützen.“
Die Kombination der Funktionen schafft einen strukturierten Ansatz und erlaubt es uns, Innovationen im Produktentwicklungsteam voranzutreiben.
Asset-basierte Beratung mit kundenzentrierten Lösungen sei auch erforderlich, um das New Normal in der IT-Infrastruktur zu berücksichtigen: „Aufgrund des Übergangs in die Cloud müssen wir unser Weltbild ändern und ergebnisorientierter werden, anstatt an der traditionellen Beratung festzuhalten und uns damit dem starken Margendruck auszusetzen“, fordert Vang Jessen. Dazu zähle etwa das Thema Shoring, für das verschiedene Ansätze entwickelt wurden, die sich an den regionalen Margen orientieren. „Wir übernehmen Kosten und Risiken, die Landesgesellschaften können es bei Bedarf nutzen – somit agieren wir wie ein interner Provider.“
Der Ersatzteil-Erkenner
Ein Beispiel für die Umsetzung lokaler Innovationen in ein globales Produkt ist der „Ersatzteil- Erkenner“. Klingt simpel, steckt aber voll künstlicher Intelligenz. „Wir haben zusammen mit einem Industriekunden eine Software erstellt, die Maschinenteile erkennen kann“, berichtet Nicolaj Vang Jessen. Das funktioniert in der Praxis wie folgt: Ein defektes Maschinenteil wird mit dem Handy fotografiert und mittels KI bestimmt. Das System gleicht ab, ob dieses Teil im Lager vorhanden ist oder bestellt werden muss. „Durch unsere Software haben wir den Prozess beim Kunden von durchschnittlich vier Stunden auf 20 Minuten reduzieren können.”