Modern Work: Mitarbeitende binden und motivieren

Wie gelingt es Unternehmen, Mitarbeitende emotional zu binden und zu motivieren? Gerade die Generation Y stellt hohe Anforderungen an die Gestaltung von Arbeit im Unternehmen. New Work ist ein Konzept, das wichtige Kriterien erfüllt und zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen kann.

Der Gallup Engagement Index von 2020 zeigt, dass die emotionale Bindung von Mitarbeitenden an den Arbeitgeber aktuell leicht steigt. Das könnte am Engagement der Führungskräfte während der Pandemie liegen, Mitarbeitende nicht nur als Arbeitskräfte, sondern als Menschen zu behandeln und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Allerdings: Zwei Drittel der Befragten geben weiterhin an, nur eine geringe oder gar keine emotionale Bindung zum Unternehmen haben. Das wirkt sich nicht nur auf das soziale Miteinander im Büro, sondern auch auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens aus.

Um die Mitarbeiterbindung weiter zu steigern, sollten Unternehmen einem Arbeitskonzept besondere Aufmerksamkeit schenken: New Work. Dieses legt den Fokus auf die Mitarbeitenden und deren Bedürfnisse mit dem Ziel, eine zukunftsweisende und sinnstiftende Arbeit zu schaffen. Das Konzept war durch demografische, digitale und globale Entwicklungen schon vor Corona im Trend. Die Pandemie hat den Bedarf aber noch einmal verstärkt, alte Arbeitskonzepte zu überarbeiten und an die Generation Y anzupassen.

Nachwuchskräfte wünschen sich, selbstbestimmt, flexibel und auf Vertrauensbasis zu arbeiten – New Work kommt diesen Anforderungen entgegen. „New Work ist gelebte Realität und fordert Individuen und Unternehmen zum Handeln auf“, sagt Ayca Icingir, Geschäftsleitung Innovation & Portfolio Management bei NTT DATA Business Solutions im Gespräch mit Tijen Onaran, CEO des Beratungs- und Netzwerkunternehmens Global Digital Women. Und weiter: „Das, was wir aus der Selbstständigkeit kennen, wird heute von der Generation Y von Unternehmen eingefordert. Mitarbeiter wollen mehr als Unternehmer, denn als reine Arbeitskräfte wahrgenommen werden.“

Gallup Index 2020: Die meisten Mitarbeiter geben an, eine geringe oder gar keine emotionale Bindung zum Arbeitgeber zu haben.
Gallup Index 2020: Die meisten Mitarbeiter geben an, eine geringe oder gar keine emotionale Bindung zum Arbeitgeber zu haben.

Was New Work ausmacht

Bei näherer Betrachtung gibt es zwei Bereiche, die sich unter New Work besonders weiterentwickeln. Erstens: Die Arbeitsweise. Die Arbeit der Zukunft ist flexibel, orts- und zeitunabhängig, projektbasiert und überwiegend befreit von Routineaufgaben. Der klassische 9-to-5-Job gehört der Vergangenheit an. Zweitens: Die Arbeitsplätze. Diese bieten zukünftig Freiraum für kreatives und konzentriertes Arbeiten. Homeoffice, mobile Office, Co-Working-Spaces, Design-Thinking-Räume und Single Workplaces ergänzen einander. Ayca Icingir: „New Work ist so viel mehr als Monitore, ergonomische Schreibtischstühle und Obstkörbe bereitzustellen: Organisationsstrukturen ändern sich, Führungsstile und die Unternehmenskultur müssen angepasst werden.“

Das bedeutet: Im Zuge von New Work verändern sich auch Normen und Werte in der Gesellschaft. Der Wandel von einer Industrie- zu einer Wissens- und Entfaltungsgesellschaft beschleunigt den Wandel der Arbeitswelt. New Work ist eine neue Art, Leben und Arbeiten zu vereinen und zu transformieren. Das führt dazu, dass die Befürchtungen, der technologische Fortschritt könne Arbeitsplätze gefährden, zu einer Chance werden, die Work-Life-Balance zu fördern. Damit einher gehen Ideen wie die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens und ein verändertes Umlagesystem. Die Abkehr von der klassischen 40-Stunden-Woche zeigt in verschiedenen europäischen Ländern bereits positive Effekte: Die Produktivität der Mitarbeitenden wächst, die krankheitsbedingten Ausfälle sinken, die Motivation, die Zufriedenheit und die Bindung ans Unternehmen steigen. Warum also haben Unternehmen in Deutschland beim Thema New Work noch Bedenken? „Sich an neue Konzepte und Strukturen anzupassen und ein neues Mindset zu entwickeln, braucht Zeit. Vertrauen in Mitarbeiter zu haben, kommt nicht von heute auf morgen“, meint Ayca Icingir. „Und es ist wichtig, die entsprechenden Technologien zu implementieren, welche die Umsetzung dieser Konzepte überhaupt ermöglichen.“

New Work verändert Normen und Werte

Technologien bringen Vorteile, aber nicht ausschliesslich. Das hat sich im Homeoffice gezeigt. Das Arbeitspensum ist bei vielen Mitarbeitenden deutlich gestiegen. Denn: Die Konnektivität und die vielen Kommunikationsmittel verleiten dazu, ständig online und erreichbar zu sein. Unternehmen und die Mitarbeitenden selbst sollten verantwortungsbewusst mit ihren Bedürfnissen umgehen und Konzepte wie Tools nutzen, die diesen gerecht werden. „Das ist nicht nur etwas, das die Generation Y einfordert. Die Denkweise und die Philosophie der jungen Generation überträgt sich zunehmend auf die ältere“, berichtet Ayca Icingir von Erfahrungen aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld.

Studie der FHS St. Gallen 2019: Was Menschen antreibt, generationsübergreifend.
Studie der FHS St. Gallen 2019: Was Menschen antreibt, generationsübergreifend.

Der Eindruck wird wissenschaftlich bestätigt: Jeder zweite Arbeitnehmer ist bereit, für eine erfüllende oder gesellschaftlich verantwortungsvolle Aufgabe weniger zu verdienen. Jeder Zehnte würde dafür seinen Job wechseln (Gehaltsstudie XING 2019). Nur einer von acht Mitarbeitenden sieht in seiner Arbeit wirklich einen Sinn und einen positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg (Gallup Index 2020). Um zufrieden zur Arbeit zu gehen, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Selbstverwirklichung, Sinnhaftigkeit, Freiräume, Selbstbestimmung, Wertschätzung, Entfaltung und viele mehr. Das sollten Unternehmen im Transformationsprozess unbedingt berücksichtigen. Weitere Herausforderungen sehen Top-Führungskräfte vor allem im Bereich Digitalisierung, Recruiting von Talenten, Unternehmenskultur und Weiterentwicklung von Mitarbeitenden.

Stichwort Unternehmenskultur: Zu den wichtigsten Merkmalen einer guten Unternehmenskultur gehören ein offener Umgang miteinander, Partizipationsmöglichkeiten und eine gelebte Fehlerkultur. Das sollte sich auch im Führungsstil widerspiegeln. Eine moderne Führung zeichnet sich nicht durch eine hierarchische, autoritäre Struktur aus, sondern durch Vertrauen, Wertschätzung und eine gesunde Feedbackkultur. Dabei nehmen Führungskräfte zunehmend eine Coaching-Rolle ein. „Für einen weiteren wichtigen Aspekt in diesem Zusammenhang halte ich das Thema Diversity. Diverse Teams sind kreativer, effizienter, erfolgreicher und resilienter. Diversity ist der Treiber für Innovation“, sagt Tijen Onaran und führt mit Blick auf die Charta der Vielfalt aus: „Diversity geht weit über die Dimension ‚Gender‘ hinaus, auf die wir uns in Deutschland häufig beschränken.“

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie New Work umsetzen und welche Massnahmen sich lohnen, dann schauen Sie sich unser Webinar an. Darin erfahren Sie auch mehr über das New Work Portfolio von NTT DATA Business Solutions. Wir unterstützen Sie gern mit Analyseworkshops und Innovationstechnologien.

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