SAP S/4HANA Cloud: AMS als Erfolgsfaktor

Komplexe ERP-Infrastrukturen werden für Unternehmen zu einer erheblichen Kostenbelastung. Mit SAP RISE besteht nun die Möglichkeit, den ERP-Kern wieder zu optimieren, um Effizienz und Innovationsfähigkeit zurückzugewinnen. Wenn Unternehmen jedoch einen solchen sauberen Kern realisieren wollen, ist dies ohne Application Management Services kaum möglich.

Dr. Thomas Harmuth | Dezember 31, 2024 | 5 min
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Was ist der „Clean Core“-Ansatz?

SAP ERP-Systeme bilden mit ihren Modulen Standardprozesse ab. So gut die Konfigurationsmöglichkeiten auch sind, kundenspezifische Individualentwicklungen sind meist unumgänglich, um Geschäftsanforderungen optimal umzusetzen.

Im Laufe der Jahre kommen Erweiterungen und neue Funktionen hinzu und das ERP-System entfernt sich immer weiter vom Standard – auf Kosten der Wartbarkeit und Performance. Irgendwann lassen sich selbst neue SAP-Funktionen nicht mehr einfach integrieren.

Um die eigene IT-Infrastruktur langfristig flexibel und kosteneffizient zu halten, ist es wünschenswert, den Kern des ERP-Systems unverändert zu lassen (Clean Core). Änderungen und Erweiterungen werden dann nicht direkt im ERP-System implementiert, sondern an vom Kern unabhängige Erweiterungspunkte oder angeschlossene Systeme ausgelagert.

Warum sollten Unternehmen im SAP-Ökosystem das Konzept des „Clean Core“ aufgreifen?

Da das Ende des Mainstream-Supports näher rückt, ist der Umstieg auf SAP S/4HANA unumgänglich. Auch wenn das Transformationsprojekt herausfordernd erscheinen mag, bietet es Unternehmen eine wertvolle Gelegenheit, ihre ERP-Architektur zukunftssicher zu machen. Der Clean Core spielt bei dieser Transformation eine entscheidende Rolle.

Mit dem „RISE with SAP“-Servicepaket unterstützt SAP Unternehmen bei der Umsetzung der „Clean Core“-Philosophie. RISE bündelt alle Tools, Best Practices und Services, die Unternehmen benötigen, um eine dezentrale digitale Infrastruktur in der Cloud aufzubauen. Eine Infrastruktur, die es ihnen ermöglicht, technologische Innovationen schneller zu integrieren und mit dem rasanten Tempo des Marktwandels Schritt zu halten.

Welche Tools können verwendet werden, um einen „Clean Core“ zu implementieren?

Die meisten Unternehmen arbeiten weiterhin mit ERP-Systemen vor Ort oder haben im Laufe der Zeit hybride Strukturen entwickelt. Wenn Sie das Ziel eines „Clean Core“ verfolgen, gibt es zwei Ansätze, um den Standard anzupassen und zu erweitern:

ABAP cloud

Unter dem Begriff ABAP Cloud fasst SAP verschiedene Programmiertechniken zusammen, mit denen sich Implementierungen direkt auf einem SAP-System durchführen lassen, ohne den Systemkern zu verändern. Dies ermöglicht es Unternehmen, die Standardfunktionalität von SAP zu erweitern und systembezogene Anwendungen zu implementieren.

Business Technology Platform (BTP)

Unternehmen können SAP BTP nutzen, um Anwendungen und Funktionen bereitzustellen, die die Funktionalität ihres ERP-Systems verbessern. Ob es sich um Drittanbieter-Services, Eigenentwicklungen oder neue SAP-Services (z.B. KI) handelt – die Plattform dient als zentraler Ort in der S/4HANA-Cloud-Architektur. Sie ermöglicht die Implementierung von Funktionen, die nahtlos mit den Kernsystemen interagieren.

Die Grenzen von SAP S/4HANA und „Clean Core“-Transformationsprojekten

Der Umstieg auf SAP S/4HANA kann in verschiedenen Szenarien realisiert werden. Während der Brownfield-Ansatz für eine Restrukturierung hin zu einem Clean Core weniger geeignet ist, sind andere Alternativen möglich. Bei NTT DATA Business Solutions verfolgen wir die von SAP empfohlenen Best Practices genau und optimieren sie auf Basis unserer umfangreichen Projekterfahrung weiter.

Ihre Optionen für den Umstieg auf SAP S/4HANA

Egal, für welche Migrationsmethode Sie sich entscheiden: Was als Transformationsprojekt beginnt, ist de facto kein abgeschlossenes Projekt. Zwar lässt sich das ERP-System in einem überschaubaren Zeitraum in die Cloud migrieren, einen vollständigen „Clean Core“ erreichen Unternehmen damit jedoch nicht. Denn SAP hat über alle Bereiche hinweg noch nicht viele Erweiterungspunkte bereitgestellt.

Die Migration ist daher eher ein Auslöser für eine kontinuierliche IT-Entwicklung. Erfolgreiche Unternehmen haben ihre digitalen Systeme schon immer dynamisch an Markt- und Technologieveränderungen angepasst. Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren jedoch geändert.

Angesichts der zunehmenden Komplexität und Geschwindigkeit digitaler Innovationen kann die interne IT die kontinuierliche Weiterentwicklung der Infrastruktur nicht mehr neben dem Tagesgeschäft und der Projektarbeit bewältigen. Dies ist jedoch entscheidend für die Wertschöpfung und die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen suchen daher zunehmend nach externer Unterstützung, die über einzelne Transformationsprojekte hinausgeht. Hier spielen strategische Application Management Services (AMS) eine entscheidende Rolle.

Application Management Services: Von der Effizienz zur Transformation

Traditionell übernehmen Application Management Services die Wartung und Optimierung von Anwendungen und fungieren als Support-Partner im laufenden Betrieb. Dieser Service ist mittlerweile gut etabliert. Durch Outsourcing verbessern Unternehmen die Kosten- und Betriebseffizienz ihrer IT und setzen interne Ressourcen für wichtigere Aktivitäten frei. Angesichts des ständigen Transformationsdrucks reichen Basisdienste jedoch nicht mehr aus, um eine sinnvolle Entlastung oder einen Wettbewerbsvorteil zu bieten.

Deshalb bieten immer mehr Dienstleister wie NTT DATA Business Solutions Application Management 2.0 an. Mit strategischem AMS übernehmen Dienstleister auch eine beratende Funktion. Sie kombinieren Strategie-, Technologie- und Prozessberatung.

Im Kontext von SAP S/4HANA und dem „Clean Core“-Ansatz würde ein strategischer AMS-Partner nicht nur auf Wunsch neue Anwendungen auf SAP BTP entwickeln, sondern auch deren Betrieb managen. Er würde das IT-Management umfassend und regelmässig beraten und das SAP-System schrittweise in Richtung Clean Core weiterentwickeln. Unternehmen erhalten so Transformation as a Service.

Fazit: Strategisches AMS erobert die SAP-Welt

Laut unserer Trendstudie werden über 80 Prozent der Unternehmen mit SAP-Systemen bei der Umstellung auf die Cloud von externen Partnern unterstützt, und die Mehrheit setzt bereits auf Application Management Services, um ihre Transformation voranzutreiben.

Angesichts der zunehmenden Komplexität der IT, der rasanten Marktdynamik und des Fachkräftemangels sind ganzheitliche AMS wichtiger denn je. In unserer Trendstudie berichten Unternehmen, die Application Management Services nicht nur für die Betriebssicherheit nutzen, von äusserst positiven Ergebnissen. 86 Prozent von ihnen sind überzeugt, dass diejenigen, die auf erweiterte AMS verzichten, in Zukunft einen Wettbewerbsnachteil haben werden.

Wenn Sie mehr über die aktuellen Trends bei Application Management Services erfahren und sehen möchten, wie weit die SAP-Transformation in anderen Unternehmen fortgeschritten ist, lesen Sie unsere Trendstudie.

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