Modulare Dienstleistungen und moderne Zahlungsmodelle erleichtern es den Kunden, Plattformen und Dienstanbieter zu wechseln. Wie gehen Sie mit diesem Risiko um?
Indem wir die Chancen der technischen Entwicklung nutzen. Wir nennen es proaktives Kundenmanagement: Zum Beispiel überwachen wir die Systeme unserer Kunden in Echtzeit, um potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren, zu vermeiden oder schnell zu lösen. Zudem bieten wir unseren Kunden Webinare an, die ihnen fundierte Einblicke in Innovationen und deren wirtschaftliches Potenzial sowie den spezifischen Nutzen für ihre Branche und ihre individuellen Gegebenheiten bieten. Dies bildet die Grundlage, um die bestehende Lösung des Kunden gegebenenfalls noch effizienter oder stabiler zu machen. Darüber hinaus haben wir langjährige Kooperationen mit Technologiepartnern, die es uns ermöglichen, unseren Kunden die bestmögliche Kombination aus Technologie und Prozessen aus einer Hand anzubieten.
Wie empfinden Unternehmen und ihre IT-Abteilungen eine engere Partnerschaft?
Das Technologie-Ökosystem ist heute durch Agilität, Flexibilität und schnellere Innovationen geprägt, und der Druck auf die IT-Abteilungen wächst ständig. Deshalb erwarten die Kunden zunehmend, dass wir proaktive und ganzheitliche Dienstleistungen erbringen – denn oft sind sie nicht mehr in der Lage, einen separaten Anbieter oder Lieferanten für jede Aufgabe individuell zu managen. Dank unseres Wachstums in den letzten Jahren und der Vernetzung mit unseren Tochtergesellschaften in der NTT DATA Gruppe können wir ihre Anforderungen erfüllen – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch global.
Begrenzt die Fokussierung auf SAP diese Möglichkeiten?
Wir stehen grundsätzlich zu unserer SAP-Strategie, und die IT des Kunden sollte ebenfalls grundsätzlich auf SAP ausgerichtet sein. Aber im heutigen Ökosystem gibt es viel mehr Potenzial als zuvor: Da wir modularer denken und arbeiten, erweitern sich die Möglichkeiten, die wir den Kunden bieten können, ständig. Darüber hinaus eröffnet der Trend zu schlanken und dynamischen Projekten weitaus mehr Chancen, neue Geschäfte zu generieren.
NTT DATA Business Solutions setzt zunehmend auf proprietäre Software und andere strategische Partner. Warum ist das so?
Bis vor etwa fünf Jahren hätte man unsere Strategie als „nur SAP“ definieren können. Seitdem haben wir uns geöffnet, beispielsweise für die Microsoft Azure-Plattform oder das Service-Now-Ökosystem. Auch dies geschieht, weil es die Kunden von uns erwarten. Aber die Lösungen müssen immer in die SAP-Welt passen, denn das ist das Herzstück unserer Arbeit. Darüber hinaus hat SAP sein Portfolio im Zusammenhang mit seiner Clean-Core-Strategie gestrafft und seinen Fokus weiter geschärft. Dies bietet Partnern noch mehr Möglichkeiten, den Nutzen der Gesamtlösung für die Kunden mit Add-ons, die häufig auf eine bestimmte Branche zugeschnitten sind, und Mehrwertdiensten zu erhöhen. Die Business Technology Platform (BTP) von SAP bietet die integrative Grundlage. Mit unserem Fachwissen, beispielsweise in den Bereichen Life Sciences, Pharma, Maschinenbau oder Konsumgüter, können wir erheblichen Mehrwert bieten.